Kein Regen! – Ein Interview zur HFF-Jahresschau 2015

HFF Jahresschau 2015

Zum zweiten Mal zeigten zwischen dem 17. und 19. Juli Studenten der HFF München ihre Kabinettstücke unter freiem Himmel. Nach dem Motto „größer, schärfer, grüner“ hat Isabelle Bertolone, zusammen mit einem kleinen Team aus Mitarbeitern und Studenten der HFF, die Veranstaltung auf die Beine gestellt.

Isabelle, du bist die Kuratorin der HFF-Jahresschau, die dieses Jahr das zweite Mal in dieser Form stattfindet…

Genau. Die Jahresschau der HFF gibt es schon länger. Seit letztem Jahr ist die Veranstaltung als Open Air Kino konzipiert und hat eher einen Event-Charakter. Das ist das Neue daran, was wir zusammen entwickelt haben.

…und davor?

2011 und 2012 fand die Veranstaltung hier im Audimax statt – mit gefühlt zehn Besuchern.

Mit wie vielen Besuchern rechnet ihr denn insgesamt?

Auf Facebook haben über 2000 Leute zugesagt. Ich denke mit ungefähr 1500 Zuschauern.

Seid ihr mit dieser Resonanz zufrieden?

Ja, ziemlich!

Bekommt ihr auch direktes Feedback?

Ja, vor allem von den Studenten, die sich einfach unheimlich freuen, dass ihre Filme in solch einem Rahmen gezeigt werden. Wir hatten eine ganz tolle Atmosphäre.

Welche Zielgruppe möchtet ihr erreichen – von Studenten für Studenten? Oder möchtet ihr das Haus für alle Interessierten öffnen?

Genau das ist das Ziel. Deswegen kostet es auch nichts. Jette Beyer von der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit hat die Veranstaltung auch überall inseriert. Sie soll der Öffentlichkeit zeigen, was wir in diesem Gebäude hier so machen. Aber klar – besonders attraktiv ist die Veranstaltung für Studenten, gerade auch wegen der Bar und dem drum herum.

…also doch eher jüngere Leute?

Ja schon. Aber ich kenne viele auch überhaupt nicht, die anscheinend aus ganz anderen Kreisen hierher kommen. Das ist natürlich super!

Wer wählt denn die Filme aus, die gezeigt werden? Gibt es ein Konzept, wie sie pro Abend zusammengestellt werden?

Die Auswahl mache ich, aber ich möchte keine Filme aussondern, weil ich der Meinung bin, man muss die Vielfalt zeigen, die eben so ist wie die Studenten selbst. Es gibt ein paar Einschränkungen, damit es nicht zu lang wird. Die Langfilme, also vor allem Abschlussfilme, können nicht gezeigt werden. Es laufen hier ungefähr 60 Filme, die jeweils maximal 40 Minuten lang sind. Manchmal ist dann auch ein Film dabei, der nur eine Minute dauert, Werbeclips zum Beispiel. Außerdem müssen es aktuelle Filme von 2014 und 2015 sein. Das Programm versuche ich so zu gestalten, dass die einzelnen Beiträge thematisch in Bezug stehen. Gestern zum Beispiel lief ein Film mit dem Titel „Markt und Wert“ über einen Immobilien-Makler und danach der Spielfilm „Ein idealer Ort“, in dem auch ein Makler vorkam. Dadurch entstehen einzelne Verknüpfungen, die die Zuschauer auch bemerken. Das freut einen dann sehr!

Habt ihr schon Ideen für nächstes Jahr – dieses Jahr war das Motto ja zum Beispiel „größer, schärfer, grüner“?

Ich weiß noch nicht. Ich würde gerne versuchen, den Standard zu halten. Ich finde die Veranstaltung ist gerade gut so, wie sie ist. Ist das eine blöde Antwort? Letztes Jahr war die Leinwand einfach zu klein. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass so viele Leute kommen. Die saßen dann teilweise so, dass sie gar nichts mehr sehen konnten. Deswegen auch das Motto „alles größer“.

Was erhoffst du dir am meisten, bevor die Veranstaltung losgeht?

Kein Regen! Am ersten Abend mussten wir leider rein gehen und dann bekommt die Veranstaltung einen ganz anderen Charakter. Wenn man im Kino sitzt, traut man sich nicht, aufzustehen und dann wieder hineinzugehen. Hier ist es ein Kommen und Gehen und es stört nicht – das mag ich so gern: man geht kurz an die Bar, spricht über die Filme, setzt sich wieder hin. Das gefällt mir.

Interview: Leonie Gruber

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